Manuskripte

China wieder im Aufwind

Hier in den USA merkt man es deutlich. Der bis vor wenigen Monaten übliche amerikanische Hochmut gegenüber China ist verflogen. Man warf hier genüsslich alles in einen Topf: böses Umspringen mit Seiner Heiligkeit, dem Dalai Lama, vergiftete Spielzeuge, Einparteienstaat statt Demokratie, Sportler bis zum Umfallen quälen, um Medaillen zu gewinnen, den Irakkrieg kritisieren, aber die [...]

Bequeme Unwahrheit: Replik auf Björn Lomborg

Ja, natürlich sterben mehr Menschen (und Tiere und Pflanzen) an Kälte als an Wärme. Das wissen wir instinktiv alle. „Warm“ ist positiv besetzt, „kalt“ negativ. Wir reden von warmherzig und kaltherzig, von einer warmen und einer kalten Atmosphäre in Sitzungen, Gebäuden und Städten. Aber kann man daraus folgern, dass die globale Erwärmung halb so schlimm [...]

Für Franz Alt

Lieber Franz,
Das sind ja sonnige Aussichten, Dich nächstes Mal als Siebzigjährigen zu treffen, auf einem Bahnhof oder in einem Zug ins Badener Land oder bei der Verleihung eines Preises, den Du bekommst!
Bekommen hast Du viele, verdient noch mehr. Frieden, Sonne und Menschenrechte sind zu den Leitmotiven Deines Lebens geworden! Es sind positive Werte. Du hältst [...]

Öffentliche Dienstleistungen unter Privatisierungsdruck

Wer sich Sorgen über den Welttrend der Privatisierung macht, für den ist die Abwasserwirtschaft noch eine Insel der Seligen. Ihre Branche, meine Damen und Herren, versieht eine Pflichtaufgabe der Gemeinden. Die Gemeinden können zwar seit einigen Jahren diese Aufgabe ganz oder teilweise auf Dritte übertragen, aber die Verantwortung bleibt bei ihnen, und es gibt bislang nur zaghafte Versuche damit.

Wer schöpft die Werte? Der globalisierte Markt führt zu bedrohlichen Wertkonflikten

Deutscher Evangelischer Kirchentag Hannover, 26.5.2005: WirtschaftsWerte
Ich bin gebeten worden, über die Frage zu sprechen, wer die Werte schöpft. Ich behaupte, dass es verschiedene Werte gibt, die miteinander im Konflikt stehen, und die werden natürlich von Verschiedenen vertreten, und zwar im Streit.

Visionen zu DaimlerChrysler 2020

Wir schreiben das Jahr 2020. DaimlerChrysler hat seine Position als führender Mobilitätskonzern ausgebaut. 2007 ist wieder ein asiatisches Standbein dazu gekommen, diesmal ein robustes. 2014 kam dann ein ganz hartes Jahr für die Automobilindustrie der Welt, durch die erste große Ölkrise seit den 1970er Jahren. Aber DaimlerChrysler war neben Toyota am besten vorbereitet und hat die Krise ohne Blessuren überstanden und inzwischen die Weltspitze erobert. Und das kam so:

Demokratie im Würgegriff der Globalisierung

Vortrag zum Tag der Deutschen Einheit, 3. Oktober 2004 in der Heuss-Stadt Brackenheim
Theodor Heuss und die deutsche Demokratie
Herr Bürgermeister, Herr Staatsminister, verehrte Abgeordneten-Kollegen, liebe Ursula Heuss, meine sehr geehrten Damen und Herren,
Es sind Idealisten, die sich am Tag der Deutschen, dieses Jahr auch noch an einem Sonntag, zu einem Festakt zum Thema Demokratie versammeln. Es [...]

Grenzen der Privatisierung

Was haben die Wasserversorgung in Manila, das Schulsystem in Nepal, die Elektrizitätsversorgung in Südafrika und der Eisenbahnverkehr in Großbritannien gemeinsam? Die Bereitstellung aller dieser öffentlichen Güter ist in den letzten Jahren privatisiert worden. Das heißt, Marktmechanismen regeln nun ihre Verteilung. Eigentumsrechte an Zügen, Schulgebäuden und Wasserwerken sind teilweise oder ganz von der öffentlichen in die [...]

Globalisierung und Demokratie

Vortrag bei der SPD Hamburg, 26.2.2003
Wenn ich über Globalisierung und Demokratie spreche, fällt mir als erstes ein Erlebnis im Januar dieses Jahres ein. Ich war beim Weltsozialforum im brasilianischen Porto Alegre, wo sich etwa 100.000 Globalisierungskritiker zum Antiglobalisierungsforum trafen.
Mit dabei war der neue brasilianische Präsident Ignacio Lula, einer der Gründer des Porto Alegre Forums. Er [...]

Geldanlagen und Umweltschonung

Die ökologische Nachhaltigkeit (sustainability) wird neuerdings auch gerne als “Zukunftsfähigkeit” übersetzt (BUND/Misereor, 1996). Es geht darum, dass man nicht nur in der Gegenwart gut dasteht, sondern auch die Chancen für die Zukunft wahrt. Der Inbegriff der Nicht-Zukunftsfähigkeit ist der Raubbau. Die Wirtschaft schmückt sich gerne mit ihrem Engagement für Nachhaltigkeit. In kaum einem anderen Gesellschaftsbereich wird so viel von Zukunft geredet wie in der Wirtschaft. Dabei gedeiht die Wirtschaft in vielfältiger Hinsicht auf Kosten der Zukunft, treibt also Raubbau.